El Sabinar
Vom Wind geformte Wacholderbäume auf einer Hochebene im Westen - ein ungewöhnlicher Anblick.

Auf einen Blick
- Insel
- El Hierro
- Art
- Wacholder-Hochebene
- Eher für
- Naturfans, Ruhesuchende
- Mietwagen sinnvoll?
- ja
- Zeitbedarf
- Ein bis zwei Stunden
El Sabinar im Überblick
El Sabinar ist der Ort, an dem El Hierro sein berühmtestes Bild erschaffen hat: uralte Wacholderbäume, vom Passatwind über Jahrhunderte in die Waagerechte gebogen, die Kronen dem Boden zugeneigt, als hätte jemand die Bäume mitten in der Bewegung angehalten. Die knorrigen Sabinas wachsen verstreut über die Hochweiden von La Dehesa im äußersten Westen der Insel - der bekannteste von ihnen ist als Fotomotiv zum inoffiziellen Wahrzeichen El Hierros geworden. Der Weg dorthin gehört zum Erlebnis: erst zur Wallfahrtskapelle der Inselpatronin, der Virgen de los Reyes, dann über eine beschilderte Piste hinaus in eine Landschaft aus Weideland, Wind und Weite, in der oft nur ein paar Schafe und die gebogenen Bäume stehen. Wer weiterfährt, erreicht den Leuchtturm von Orchilla am einstigen Nullmeridian - zusammen ergibt der wilde Westen den einsamsten und eindrucksvollsten Halbtag der Insel.
Was macht El Sabinar besonders?
Bäume, die der Wind zu Skulpturen gebogen hat, gibt es kaum irgendwo so ausgeprägt wie hier - die Sabinas sind ein Naturkunstwerk, an dem Jahrhunderte Passat mitgearbeitet haben. Dazu die Kulisse: keine Straße im Blick, kein Ort, nur Hochweide, Vulkankegel und dahinter das Meer. Und mit dem Leuchtturm von Orchilla liegt gleich nebenan der Punkt, durch den bis ins 19. Jahrhundert der Nullmeridian vieler Karten lief - das damalige Ende der bekannten Welt.
Für wen lohnt sich das?
Für Fotografen, Ruhesuchende und alle, die das archaische El Hierro abseits jeder Infrastruktur erleben wollen. Auch für Familien machbar - vom Parkplatz sind es nur ein paar Schritte zu den bekanntesten Bäumen. Weniger geeignet für Reisende, die spektakuläre Einzelmomente im Minutentakt erwarten: El Sabinar wirkt über Stille und Landschaft, nicht über Action. Und wer ausschließlich Asphalt fahren will, muss die letzte Etappe Piste einkalkulieren.
Worauf du achten solltest
Die letzten Kilometer führen über eine unbefestigte, aber planierte Piste - langsam gefahren mit normalem Mietwagen machbar, vorher aber prüfen, ob der Vertrag unbefestigte Strecken abdeckt. Oben wehen oft kräftige Winde, eine Jacke gehört ins Auto, im Winter auch Regenschutz - der Westen fängt die Wolken. Kein Wasser, kein Kiosk, kein Empfang stellenweise: Proviant mitnehmen und den Tank im Blick behalten. Und die Bäume selbst sind geschützt: anschauen und fotografieren ja, beklettern oder Äste abbrechen tabu.
Anreise und Mobilität
Mit dem Mietwagen Richtung La Dehesa im Inselwesten - aus Valverde rund 50 bis 60 Minuten, aus dem Golfo-Tal etwa 40 bis 45. Ab der Wallfahrtskapelle der Virgen de los Reyes führt die beschilderte Piste in wenigen Kilometern zum Parkplatz am Sabinar. Busse fahren hier nicht; ohne Auto bleibt nur eine geführte Inseltour. Die Weiterfahrt zum Leuchtturm von Orchilla und zur roten Playa del Verodal liegt auf derselben Westrunde.
Wie viel Zeit einplanen?
Eine Stunde für die Bäume selbst, ein halber Tag für die komplette Westrunde mit Kapelle, Orchilla-Leuchtturm und Fotostopps. Das schönste Licht liegt am späten Nachmittag auf den Sabinas - dann modellieren die Schatten die gebogenen Stämme am stärksten.
Lohnt sich das für Erstbesucher?
Ja - die Sabinas sind das Bild, das man von El Hierro mitnimmt, und der wilde Westen die Landschaft, die die Insel von allen anderen unterscheidet. Wer nur zwei Ausflüge macht, nimmt den Golfo-Blick und diesen.
Typische Fehlentscheidung
Nur den einen berühmten Baum fotografieren und wenden - ringsum stehen dutzende weitere Sabinas, und die Landschaft ist der eigentliche Star. Zweiter Klassiker: die Westrunde ohne vollen Tank und Proviant starten - hier draußen gibt es schlicht nichts. Dritter Klassiker: bei Sturmwarnung fahren und sich wundern, dass man die Autotür kaum aufbekommt - der Wind, der die Bäume bog, arbeitet noch.
Praktische Hinweise
- Anfahrt nur mit kleineren Fahrzeugen empfehlenswert, Schotterabschnitte sind möglich.
- Wenig Infrastruktur - Wasser mitnehmen, Zeit für die Anfahrt einplanen.
- Lässt sich mit einem Besuch der Ermita de los Reyes kombinieren.
Wir nennen bewusst keine festen Preise oder Öffnungszeiten - bitte vor dem Besuch die offiziellen Seiten prüfen.
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