Inselhopping auf den Kanaren - so planst du es richtig
Acht Inseln, kurze Distanzen, dichte Fährpläne - die Kanaren laden zum Inselhopping ein. Und genau da beginnt der klassische Planungsfehler: zu viele Inseln, zu wenig Zeit. So baust du eine Route, die sich nach Urlaub anfühlt statt nach Logistik.

Die Grundregel: weniger ist mehr
Jeder Inselwechsel kostet real einen halben Tag - Auschecken, Transfer, Fähre, neuer Mietwagen, Einchecken. Die entspannte Formel lautet deshalb: eine Basis-Insel pro Woche, maximal zwei. Wer mehr Inselgefühl will, nimmt Tagesausflüge - die drei Klassiker funktionieren ohne Kofferpacken: La Gomera ab Teneriffa, Isla de Lobos ab Corralejo, La Graciosa ab Órzola. So sieht man zwei Welten an einem Tag und schläft trotzdem im selben Bett.
Fähren: die Provinz-Logik
Das Fährnetz folgt den zwei Provinzen: Im Westen ist Teneriffa der Knoten - nach La Gomera sind es ab Los Cristianos nur rund 50 Minuten, auch La Palma und El Hierro hängen an diesem Hub. Im Osten verbindet die Achse Gran Canaria - Fuerteventura - Lanzarote; die Kurzstrecke Corralejo-Playa Blanca dauert etwa eine halbe Stunde. Quer zwischen den Provinzen wird es lang - dafür ist das Flugzeug da. Es fahren mehrere Reedereien mit unterschiedlichen Tempo- und Preisprofilen; in Ferienzeiten die Tickets vorab buchen, besonders mit Fahrzeug.
Fliegen: die Inselflieger
Zwischen den Inseln fliegen Binter und Canaryfly - kurze Hüpfer von meist 30 bis 45 Minuten, mehrmals täglich, zu moderaten Preisen. Der oft zitierte Residenten-Rabatt gilt nur für Inselbewohner, nicht für Urlauber. Fliegen lohnt vor allem für die weiten Sprünge, etwa von Gran Canaria auf die Westinseln - was per Fähre ein halber Tag wäre, ist per Flieger eine Kaffeepause. Gepäckregeln vorher prüfen, die Maschinen sind klein.
Mietwagen, Gepäck und der letzte Tag
Die wichtigste Praxisregel: Mietwagen dürfen bei den meisten Vermietern nicht auf eine andere Insel mitgenommen werden - pro Insel wird neu gemietet, was dank niedriger Preise verschmerzbar ist. Und für den Rückflug gilt die eiserne Regel der Inselhopper: Die letzte Nacht schläfst du auf der Insel, von der dein Flieger geht. Eine ausgefallene Fähre am Abreisetag ist der einzige Inselhopping-Fehler, der richtig teuer wird.