Den Teide besteigen - Spaniens höchster Gipfel, ehrlich erklärt
Mit 3.718 Metern ist der Teide der höchste Berg Spaniens - und einer der wenigen Gipfel Europas, für den man eine Genehmigung braucht. Wer die Besteigung plant, sollte drei Dinge früh klären: den Weg nach oben, das Gipfel-Permit und die eigene Höhentauglichkeit. Hier ist die ehrliche Anleitung.

Die Gipfelgenehmigung
Der oberste Abschnitt zum Krater - der Telesforo-Bravo-Weg ab der Seilbahn-Bergstation - ist nur mit einer kostenlosen Genehmigung des Nationalparks zugänglich. Die Kontingente pro Tag sind klein und je nach Saison Wochen bis Monate im Voraus vergriffen; reserviert wird online über das offizielle Portal des Nationalparks. Wichtig: Die Genehmigung gilt für ein festes Zeitfenster und ist an den Ausweis gebunden. Wer keine mehr bekommt, muss nicht absagen - dazu unten mehr.
Zu Fuß oder mit der Seilbahn
Die Seilbahn bringt dich in wenigen Minuten auf 3.555 Meter zur Bergstation La Rambleta - von dort sind es mit Genehmigung noch gut 160 Höhenmeter zum Krater. Die sportliche Variante ist der Aufstieg über die Montaña Blanca: gut 1.300 Höhenmeter durch Bimsfelder und Lavaströme, je nach Tempo vier bis sechs Stunden nur für den Aufstieg. Beide Varianten lassen sich kombinieren - hoch zu Fuß, runter mit der Seilbahn ist die beliebteste Lösung. Und die Seilbahn hat eine Eigenheit: Bei starkem Wind steht sie still, manchmal kurzfristig. Einen Plan B für den Abstieg sollte man im Kopf haben. Die frühere Übernachtungsoption in der Berghütte Altavista ist derzeit geschlossen - den aktuellen Status vor der Planung prüfen.
Höhe, Wetter, Ausrüstung
3.700 Meter sind ernstzunehmende Höhe: Die Luft ist dünn, viele spüren Kopfdruck oder Kurzatmigkeit - langsam gehen, viel trinken, bei stärkeren Symptomen umkehren. Das Wetter oben hat mit dem Strand nichts zu tun: Selbst im Sommer kann es am Gipfel um den Gefrierpunkt liegen, im Winter liegen Schnee und Eis, und nach Schneefällen sind Wege und Zufahrtsstraßen zeitweise gesperrt. Ins Gepäck gehören warme Schichten, Wind- und Sonnenschutz sowie ausreichend Wasser - Einkehrmöglichkeiten gibt es am Berg nicht.
Wenn es keine Genehmigung mehr gibt
Kein Permit ist kein Beinbruch: Bis zur Rambleta auf 3.555 Metern kommst du auch ohne - und die dortigen Aussichtswege zum Pico-Viejo-Krater und zur Fortaleza gehören zu den spektakulärsten des Parks. Wer einen echten Gipfel will, nimmt die Guajara auf der gegenüberliegenden Kraterwand: rund 2.700 Meter hoch, genehmigungsfrei und mit dem vielleicht besten Blick auf den Teide selbst.